Kategorie: Nachtschwärmer


Ich muss nicht ganz bei Sinnen gewesen sein, als ich die Anmeldung rechtsgültig werden ließ. Nun schlotterten mir gestern ganztätig vor Aufregung die Knie. Bis auf einige moralische Einknicke, bin ich jedoch zum Organversagen und über die Ziellinie gelaufen. Bei Nacht und ohne Nebel, mit Weihnachtsbeleuchtung und jeder Menge Verrückter.

Dabei sein ist alles.

Alp

Neben mir tobt ein Nachtgewitter, dass ich manchmal heulen möchte. Kann dieser Schatten sein Temprament nicht einmal im Küchenwandschrank daheim lassen? Nicht persönlich, aber nervenraubend. Wie soll ich mich da auf den 30 Bureau-Quadratmetern noch wohl fühlen? Mein Chef ist auch nicht gerad ein Geschöpf des Lichts. Und ich wär nur die Motte.

Die ProVo, die dort Nova heißt, zerrt an den Seelenseiten meiner Banknachbarin, dass ich nicht weiß, wen eigentlich zum Mond schießen.

Asozialierung

Nicht der neue Weichspüler für die ganz Harten. Aber ein bisschen “aszi” sind wir doch schon. Gell?!

Asozialität beschreibt ja nur den Zustand, also abregen. Für alles gibt es ein erstes Mal. Beobachtet man nämlich den gegenwärtigen gesellschaftlichen Zustand und die Tendenzen, die mir in dramatisierter Form (Ratgeber und andere Kunstwerke) zugetragen werden, gehen wir alle den Bach runter (konstant, immer fortwährend, auch in Zukunft). Und das nicht nur wegen der Sucht nach Cyber-Networking und Hypersozialisierung, Werteverlust und Deprivatisierung.

Ein schrecklicher Verdacht: Wir sind alle Egoisten! (wusst ich’s doch)

s/w

Ich hab’s mit V-Wörtern und anderem.

Da brat mir doch einer ‘nen Storch. Schlaue Bücher lesen hilft wohl auch nichts mehr. Würd’ ich meine eigenen Texte redigieren (was ich offensichtlich mal tun sollte), dann käm’ ich nach W. Schneider gar nicht mehr aus dem Rotstifteln raus. Und nebenbei noch eine Allergie gegen Wiederholungen.

Unterhaltungsprogramm eingestellt. (Schneegestöber)

Schreibmaschine

Na geht doch. Als Mademoiselle A. sich zu mir gesellte, Tipps und Tricks verteilte, hatte ich den Dreh auf einmal raus. Und sie lief. Die Schreibmaschine. Sie schnurrte (nein,nicht wie ein Kätzchen) ganz ihrem Naturell entsprechend vor sich hin. Naja, vielleicht war es auch eher ein Husten.

Jedenfalls. Wer schon völlig vergessen hat, wie man einen Füllfederhalter (heftig aber wahr) benutzt, dem fallen beim Wort Schreibmaschine (ohne Strom, ja) vermutlich die Augen raus. Halb reicht auch schon. Glaubt es oder nicht, es ist eine Erfahrung, eine ganz neue sogar. Nicht zu vergleichen mit den eingeebneten Keyboards von heute. Sie leistet Widerstand. Körperlich und geistig. Mein Denken scheint mit jedem Tastenschlag in einen anderen Modus zu verfallen. Faszinierend. Wie echtes Milcheis im Sommer 1997.

Nun trainier ich nicht mehr nur meine Geschmacksnerven mit chinesischen Milchbonbons (eingewickelt in essbares Reispapier), die mich an eben jenes Eis erinnerten, sondern meine Finger und Gedanken. Geben ist seliger denn Nehmen. Weshalb ich mit dieser Akustikversion auch schon viele Freunde in der Nachbarschaft gefunden habe. Gut Nacht!

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