Na geht doch. Als Mademoiselle A. sich zu mir gesellte, Tipps und Tricks verteilte, hatte ich den Dreh auf einmal raus. Und sie lief. Die Schreibmaschine. Sie schnurrte (nein,nicht wie ein Kätzchen) ganz ihrem Naturell entsprechend vor sich hin. Naja, vielleicht war es auch eher ein Husten.
Jedenfalls. Wer schon völlig vergessen hat, wie man einen Füllfederhalter (heftig aber wahr) benutzt, dem fallen beim Wort Schreibmaschine (ohne Strom, ja) vermutlich die Augen raus. Halb reicht auch schon. Glaubt es oder nicht, es ist eine Erfahrung, eine ganz neue sogar. Nicht zu vergleichen mit den eingeebneten Keyboards von heute. Sie leistet Widerstand. Körperlich und geistig. Mein Denken scheint mit jedem Tastenschlag in einen anderen Modus zu verfallen. Faszinierend. Wie echtes Milcheis im Sommer 1997.
Nun trainier ich nicht mehr nur meine Geschmacksnerven mit chinesischen Milchbonbons (eingewickelt in essbares Reispapier), die mich an eben jenes Eis erinnerten, sondern meine Finger und Gedanken. Geben ist seliger denn Nehmen. Weshalb ich mit dieser Akustikversion auch schon viele Freunde in der Nachbarschaft gefunden habe. Gut Nacht!