Kategorie: Die Tagesthemen


Ist man des Tages müde, blickt auf gutes Werk zurück, wundert es allemal, warum die Depression einschlägt. Ein “nein, nein, nein” bohrt sich ins Ohr, dabei hab ich nix verbrochen. Das Schlechte wiegt so schwer.

Nun rüttel ich mich sehr. Immerhin hab ich getextet. Ganz gut sogar. Gestern, heute, morgen wieder. Sogar des Ziehkinds Vater war der Freude voll. Es sprudelt der Erfolg aus allen Ritzen. Bin auf dem besten Wege. Tat noch was für die Figur. Die Hand wird voll und voller.

Der blöde Chef, der Siech, mit seinen prä- und postmenstrualen Launen. Dem gehören die Augenbrauen gezupft.

Geschnitten

Man will meinen, dass meine Berufswahl unweigerlich dazu führt, selbst obzessiv dem Schreiben anheim zu fallen. Dem geneigten Leser wird aber kaum entgangen sein, dass ich in fast kläglichen Intervallen von meiner Tätigkeit berichte. Wie das Wandern des Müllers usw.

Trotzdem gibt es einige Highlights, die fast schon wieder Geschichte sind: Lasst die Korken knallen, mein Manuskript ist fertig korrigiert und dem Schöpfer war es ein Wohgefallen. Das Feilschen kommt nachher. Der Chef hatte im Grunde gar nichts zu bemängeln (oh-ha). Das Gefühl der Eigenverantwortlichkeit ist erhebend. Und mit Schwung geht’s als nächstes in die Herstellung.

Um meinem Ziehkind zur Geburt zu verhelfen, wurd’ ich dann doch zum Dichter. Große Worte, ja ja. Der erste Versuch ward eingehend von höherer Gewalt begutachtet und gehört ein weiteres Mal in meinen Gedankenmühlen gemahlen. Des Tages Mühsal spricht.

Missverständnis

Am Dienstag ist die Woche schon fast wieder vorbei. Sodass mein erneutes home office-Geplänkel kaum ins Gewicht fiel. Um so mehr das heutige Briefing. Sollte sowas nicht kurz und bündig sein? Warum verbringe ich dann über drei Stunden im selben Raum? Vielleicht sollte ich mal mit einem Wörterbuch rumgehen, um diesen oxymeronen Zustand zu bereinigen.

the neighbour’s grip

Donnerstag nahm ich mir die Freiheit, home office zu spielen. Am Vormittag. Am Nachmittag läutete ich die zweite Revisionsrunde mit einer weiteren Whisky-Torten-Variante ein. Zwischendurch blieb es mir nicht erspart, Giganticas gedanklichen Auswüchsen zu lauschen. Whisky betäubt halt doch nicht alle Sinne.

Zum Glück brauchte ich die folgenden 40 Stunden keinen Schlaf, was in meiner Wohneinheit voll im Trend ist und jeder mal erlebt haben will. Der Freitag wurde dementsprechend in feierlich narkotischer Stille verbracht. Der Kopf auf der Tastatur, ein betriebseigenes Produkt unterm Kinn (Sabberschutz) und zweimalige Atemkontrolle (Anrufe).

wenn ich mal groß bin

Massentierhaltung ist schlecht. Genauso wie zu lange Titelbesprechungen in zu großer Runde. Was gestern war, geht heut nicht mehr, weshalb uns die Backfee der Etage mit einer extrem köstlichen Whisky-Torte beglückte – im Namen aller Wassermänner. Da lob ich mir doch mein Sternzeichen.

Konnte ich die Last der Tage dadurch auch nicht vergessen, so wanderte ich beschwipst im finsteren Tal der Revisionsnachbesprechung. So langsam scheuern die Windeln.

PS: ca. 1,67m

Auf laut

Zeter und Mordio sind zwar ausgeblieben. Wir waren auch ganz sachlich, aber gerad das “Ansinnen” gefiel ihm nicht. Ja sind wir hier auf dem Basar?

Die Menschen mit den Ideen werden natürlich nur mit Samthandschuhen angepackt, da feilscht man schon mal um das eine oder andere Wort. Wir stehen jedenfalls auf der sicheren Seite und sonnen uns im Wohlwollen des Autors. Meine erste Konferenzschaltung war dann auch mit viel innerlichem Jubel und Gefeix verbunden.

Es gibt Menschen, die können kommunizieren. Und es gibt solche, die sprühen vor diplomatischem Geschick. Ein Toast auf den Kompromiss!

Blumentopf

Hat Eintönigkeit eine Farbe? Wenn ich es nicht besser wüsste, tat ich gestern dasselbe, wie den Tag davor. Ach, da unternahm ich ja das, was ich am Tag daavor bewältigt hatte.

Na und heute erst. Ich sehe, wie die Stunden verstreichen, weil seit Dienstag eine Amaryllis meinen Schreibtisch ziert, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, jeden Tag eine iher Blüten aufzureissen. Am Abend ist sie fertig, sodass ich weiss: kannst jetzt gehen!

Warum heisst das eigentlich “brainstorming”? Wenn’s da oben stürmt und schneit, scheint der Kasten ja recht leer zu sein. Und stürmt man selben wie ein Bataillon, wirds nicht nur zugig, sondern gar blutig.

Neben dem Aufmoppen von Gehirnwasser im Bureau des Chefs hab ich mich nicht lumpen lassen, gleich noch in meiner eigenen Bastille den Schwamm zu wringen. Die Arbeit an meinem aktuellen Manuskript schreitet voran. Bis jetzt erlaube ich mir, das Wehklagen aus den Untiefen des Telefons ob meiner Eingriffe zu überhören. Wozu denn sonst gibt es Verliese? Wir sind aber so grossmütig, uns nächste Woche eine Anhörung zu geben. Hört, hört!

sick sucks-sack

Wem die Schweigsamkeit der vergangenen Tage aufstößt, möge dies verzeihen. Es ist Winter und ich habe doch tatsächlich eine Erkältung, die mich vom Bureau-Einerlei fern hält. Oh-ha!

Wundern verboten!

Ich rufe hiermit den 28. Januar zum Nationalfeiertag aus.

Wer sich nun am Kopf kratzt und feststellt, dass er Schuppen hat, ist hier falsch. Es geht wie immer nur um mich! Drum sag ich: ein grandioser Tag. Hach, ja.

Was geschah?

Der Vorgesetzte hat eine erste Auswertung meiner Lektortätigkeit dieser Woche vorgenommen und sie für gut befunden. Die Freude ist da verständlicherweise groß. Ich stapfe also auf den rechten Pfaden, hüpfe wie Rotkäppchen mit dem Proviantkörbchen am Wolf vorbei und summe à la Biene Maja.

Wie auch immer. Die Skills sind da, der Text wird trotzdem kein Meisterwerk werden, aber ich bin in der Lage zu retten, was eigentlich nicht mehr rettbar schien.

Na das ist doch was!

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