Archive for Januar, 2011


Wundern verboten!

Ich rufe hiermit den 28. Januar zum Nationalfeiertag aus.

Wer sich nun am Kopf kratzt und feststellt, dass er Schuppen hat, ist hier falsch. Es geht wie immer nur um mich! Drum sag ich: ein grandioser Tag. Hach, ja.

Was geschah?

Der Vorgesetzte hat eine erste Auswertung meiner Lektortätigkeit dieser Woche vorgenommen und sie für gut befunden. Die Freude ist da verständlicherweise groß. Ich stapfe also auf den rechten Pfaden, hüpfe wie Rotkäppchen mit dem Proviantkörbchen am Wolf vorbei und summe à la Biene Maja.

Wie auch immer. Die Skills sind da, der Text wird trotzdem kein Meisterwerk werden, aber ich bin in der Lage zu retten, was eigentlich nicht mehr rettbar schien.

Na das ist doch was!

Champagner, bitte!

Geneigter Leser,

jüngst schrieb ich von der Wahrscheinlichkeit einer Möglichkeit. Die Vagheit ist des Mäusels Zahn, der stetig nagt. Gestern hat es sich endlich nun ergeben: das Manuskript ist mein, ich werd ein Lektor sein. Stolz schwellt die Brust, das Auge leckt.

Geduld zahlt sich schrecklicherweise aus, weshalb sie vor Jahren schon in den Tugendkatalog aufgenommen wurde. Wer sich jetzt ätzt, soll Milch trinken. Ich freu mich derweil meiner Tage.

PS: auch Kleinvieh macht Mist!

Winnie the P…

Ganz so kuschelig vergehen meine Tage zwar nicht, aber einfach gestrickt sind sie mitunter trotzdem. Weshalb ich die letzte Woche (total vergessen, f***) im Zeitraffer wiedergeben kann: verfrühter Wochenbeginn – ich habe wieder einen Montag, an dem ich sage und schreibe (lest nur weiter) zwei Mal das Telefon abgehoben habe. Der Dienstag war halb vertan, die fette Biene hatte wieder zugeschlagen. Berichten zufolge war es das letzte Mal. (wer’s glaubt!) Mittwoch: Gutachten, Formulierungskünste, Besprechungen (ja, auch in D hat’s Schnee). Donnerstag: ubs, Besprechung ausgefallen (was nun?). Freitag: frei. Das hört man ja wohl schon am Namen.

Während Winnie mit Vorliebe Honig schleckt, übe ich die gewissenhafte Teilnahme an Besprechungsvorbereitungssitzungen und Programmbesprechungsexorzismen. Der Tag verstrich so leicht wie Bienenkleister, nur längst nicht so süß.

Die Front. Es ist kalt. Das Bureau halb leer. Die Gänge hallen von meinen Schritten.

Zonk! So fühlt es sich an, wenn man selbst nur Watte im Kopf hat, Gigantica den zweiten Tag Zuhause ist (was mache ich eigentlich noch hier?) und die Frau am Telefon einen Akzent hat, der so heiser klingt, wie meine Stimme nach einer Schachtel Zigarillos. Leider habe ich bereits gestern eine Neuauflage vorbereitet, ein liegengebliebenes Gutachten beendet und die “tschiiets” ausgefüllt. Die Fragmente meiner Beschäftigungsmöglichkeiten sind akzeptabel, aber wie die Wortwahl schon vermuten lässt, klein.

Ich überflog ein Manuskript, dessen Lektorat in naher Zukunft vielleicht (nicht notwendigerweise, aber vielleicht) in meine Hände fällt. Da ich keine Einwände habe, Leseschocks ausgeblieben sind und mein Ziel ja nun mal eben ist, mir die Finger an dergleichen “schmutzig” zu machen, warte ich darauf, dass mein Chef aus seinem just angetretenen Kurzurlaub zurückkommt, um allfällige Fragen zu beantworten.

Ich warte!

Hoher Besuch aus dem Virenland. Und er geht um. Ich halte auch heute wacker die Stellung, obwohl mir eher nach horizontaler Bettwärme zu mute ist, als nach Lampenbraten und Computerflimmern. Kalten Serienbriefaufschnitt zum Brunch, ein paar marktspezifische Papierbögen zum Kaffee und der gestrige Tag war überstanden. Heute sieht die Welt ganz anders aus: das Wehklagen Giganticas über den infektiösen Umgang mit der Luft, die umfangreiche Wochenbesprechung als auch das Sicherfolgreichoderwenigervorderarbeitdrücken haben mir etwas zugesetzt. ‘Geh’ nach Hause’ klingt eher nach ‘steck mich bloss nicht an, du …? Egoismus kaschiert man heutzutage mit Rücksichtnahme. Bazillus bleibt zum Nachtessen. Der Festschmaus kann beginnen, dem Wort sei dank!

PS: Keine Sorge, den Rest der Zeit habe ich gearbeitet.

Alles ist gestern!

Das alte Jahr. Superwomans Besuch. Elan. Das gute Abendprogramm. Geruhsame Nächte. Ich surf’ mich hier zu Tode! Bin aber noch nicht angekommen. Im neuen Jahr. Rhythmus. Rumbloggen. Die dicken Lider sehnen sich nach Samstagsschlaf. Der Optimierungswahn nach Pflege. Und mein Oberstübchen nach etwas Frühlingsluft. Meine Woche strich nun aber nicht so tatenlos dahin, vorbei, am Scheitel entlang, wie es den Leser (frohes Neues!) dünken mag, sondern war von (nennen wir es mal) Tautropfen des müssiggängerischen Beschäftigtseins betupft. Ich brech’ mir einen ab: ’nen Briefentwurf, ein Gutachten, leere Masken. In der Mittagspause war ich dann glatt mal hinundweg.biz 

PS: Im Maien will ich tanzen.

back to work

Die weihnachtliche Völlerei kam mit dem gestrigen Arbeitsbeginn vorläufig zu einem Ende. Mein Glück. Der Bauch, den ich hinter den Bureautisch zu zwängen habe, strämmt bereits erheblich. Genauso wie die betriebseigene Stimmung. Sehnlichst wird die Ankunft eines neuen Häuptlings erwartet. Neben der Frage des Geschlechts wird ebenso über seine Innovationswilligkeit wie seine wünschenswerten Führungsqualitäten spekuliert. Herzblatt-Susi wird dies hoffentlich für uns zur rechten Zeit anschaulich zusammenfassen.

Für mich hat diese Labertasche freilich eine Überraschung hinter der beweglichen Wand bereit gehalten. Kaum eingetrudelt, traf ich auf ein altes Nachtgespenst des vergangenen Jahres – den Hautflügler von erheblichem Umfang. (Danke, Susi!) Wer ringt hier mit wem?

Ein weiterer Arschtritt des heutigen Tages (wenn man mir die saloppe Redeweise verzeihen mag) ist freilich die Erkenntnis, dass sich eines unserer Schäfchen mit dem Kötteln auf fremden Höfen eine Hintertür offen gehalten hat, die weder zu unserer Imagepflege beiträgt noch zu besseren Wollerträgen.

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